ESO/ Guillaume Blanchard
Himmelshighlight

MAPS: Der Osterkomet

Der Komet C/2011 W3 Lovejoy am 22. Dezember 2011, aufgenommen von Guillaume Blanchard am Paranal-Observatorum der ESO. Wird Komet MAPS einen ähnlich spektakulären Schweif zeigen?

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Aus den Tiefen des Weltraums stürzt ein Komet in Richtung Sonne und wird am Ostersamstagnachmittag in nur 160.000 Kilometern Entfernung an ihr vorbeifliegen. Am irdischen Himmel werden wir davon vermutlich nichts sehen können, doch auf dem Bildschirm kündigt sich eine ganz besondere Show an.

Der Komet C/2026 A1 wurde am 13. Januar 2026 von einer Sternwarte in der chilenischen Atacama-Wüste entdeckt. Seine Bezeichnung MAPS setzt sich aus den Namen der vier französischen Amateurastronomen zusammen, die diese Sternwarte betreiben: Alan Maury, Georges Attard, Daniel Parrott und Florian Signoret. Schnell wurde klar, dass dieser Komet ein sogenannter Sonnenkreuzer ist: seine Bahn ist sehr langgestreckt, im sonnenfernsten Punkt (dem Aphel) beträgt der Abstand über 300 Astronomische Einheiten (AE). Im sonnenächsten Punkt (dem Perihel) sind es hingegen nur 0,005732 AE – das entspricht 860.000 Kilometern oder 1,233 Sonnenradien. In seinem sonnennächsten Punkt ist der Komet also nur 0,233 Sonnenradien oder 163.000 Kilometer von der Photosphäre der Sonne entfernt.

United Soft Media

Animation des Kometenflugs

Mit The Sky by Redshift können Sie die Bahn des Kometen auf Ihrem Smartphone oder Tablet verfolgen.

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MAPS ist nicht der erste Komet, der so nah an der Sonne vorbeiläuft. Man zählt sie zur Gruppe der Kreutz-Kometen und nimmt an, dass es sich dabei um Bruchstücke eines großen Kometen handelt, der vor mehreren Jahrhunderten an der Sonne vorbeigezogen ist und dabei in mehrere Stücke zerbrach.

Was mit einem Kreutz-Kometen bei der Sonnenpassage passiert, hängt von seinem Durchmesser ab. Manche wie der berühmte Komet Ikeya-Seki 1965 oder Komet C/2011 W3 Lovejoy entwickelten einen enormen Kometenschweif, andere überlebten die Sonnennähe nicht und lösten sich auf.

SOHO (ESA & NASA)

Sonnenkreuzer

Komet C/2011 W3 Lovejoy am 15.12.2011 im Gesichtsfeld des SOHO-Satelliten

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Für unseren Kometen MAPS wurde der Durchmesser mit dem James Webb Space Telescope auf etwa 400 Meter bestimmt – voraussichtlich ist das zu klein, um die extreme Hitze nahe der Sonne zu überstehen. Zwar soll MAPS in den Tagen kurz vor und nach der Sonnennähe sehr hell werden, doch dann steht er so nah beim Zentralgestirn, dass wir ihn vor dunklem Himmel nicht sehen können.

Zum Glück gibt es aber Satelliten, die die Sonne stets im Auge haben und auf deren Bildern wir den Kometen sehen werden. Der bekannteste davon ist SOHO, das Solar and Heliospheric Observatory mit seinen Koronografen-Kameras. Hier wird die blendend helle Sonnenscheibe von einer Maske abgedeckt, sodass sich rund um die Sonne der Sternenhimmel und der von der Sonne stets wegströmende Sonnenwind zeigen. Das Instrument LASCO C3 deckt am Himmel einen Durchmesser von etwa 15 Grad ab, vergleichbar einem Teleobjektiv mit 135 mm Brennweite:

https://soho.nascom.nasa.gov/data/realtime/c3/512/

Der innere Bereich der Sonnenkorona wird von LASCO C2 beobachtet, hier ist das Bildfeld 3 Grad groß:

https://soho.nascom.nasa.gov/data/realtime/c2/512/

Komet MAPS wird am Nachmittag des 2. April von links unten kommend im Gesichtsfeld von LASCO C3 auftauchen. Seine Helligkeit soll dann um die 3 mag betragen – das wird auf dem Bild gut zu erkennen sein, aber (noch) nicht besonders auffallen.

Qicheng Zhang

MAPS im Gesichtsfeld von SOHO

Die Bahn des Kometen MAPS durch das Feld des Satelliten SOHO.

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Mit jedem Tag, mit jeder Stunde nähert sich Komet MAPS der Sonne an und wird immer heller. Am späten Abend des 3. April soll er heller als 0 mag werden, am 4. April findet dann der Showdown statt. MAPS könnte eine Helligkeit von -5 bis -10 mag erreichen, sein Schweif sich durch das ganze Feld von SOHO ziehen. In den Stunden rund um die kleinste Sonnenentfernung um 16:24 Uhr MESZ am 4. April verschwindet MAPS hinter der Blende von LASCO. Abends taucht er wieder auf und bewegt sich ungefähr in die Richtung zurück, aus der er gekommen ist.

Die bange Frage ist: übersteht der Kometenkern seinen Besuch bei der Sonne? Dann könnte er bereits am Abend des 4. April einen langen Schweif ausbilden. Von Mitteleuropa aus würde sich dieser Schweif aber nur flach über den westlichen Horizont erheben. Einen Tag später, am 5. April, sind die Bedingungen etwas günstiger, doch die Kometenhelligkeit ist bereits deutlich zurückgegangen. Besser sind die Beobachtungsverhältnisse auf der Südhalbkugel der Erde, dort steht der Komet steiler zum Horizont. Aber auch das werden die meisten von uns nur auf dem Bildschirm verfolgen können …

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